Mit Lamas
heimisch geworden

Wenn Manuela Seebach von der Wesermarsch und den Menschen der Region spricht, dann kommt sie ins Schwärmen. Die Chefin der Lama-Ranch „Narvanas“ in Mürrwarden ist vor über 20 Jahren erstmals von Duisburg in den hohen Norden gekommen – und hier in jeglicher Hinsicht heimisch geworden.

„Wer sagt, dass Norddeutsche stur sind, der kennt die Menschen in der Wesermarsch nicht. Hier wird man schnell aufgenommen und hilft sich“, freut sich 58-Jährige. Sie habe sich mit der ihrer Lama-Ranch auf dem alten Renken-Hof einen Traum erfüllt. Aber warum ausgerechnet Lamas und nicht Kühe, Pferde oder Schweine? Seebach antwortet mit einer Gegenfrage: „Haben Sie schon einmal in die Augen eines Lamas gesehen?“ Wer das einmal gemacht habe, der erkenne sofort die ruhige und sensible Art, mit der ein Lama auf einen Menschen zugeht. „Sie nehmen jeden Menschen so, wie er ist und strahlen eine Ruhe und Kraft aus, wie ich sie nur selten erlebt haben.“ Mit einem Schmunzeln im Gesicht fügt sie hinzu: „Andere verlieben sich in Autos, ich halt in Lamas.“

Angefangen habe es mit zwei Lamas, daraus wurden schnell vier und der erste Nachwuchs stellte sich ein. Heute ist daraus eine Zucht mit über 20 Tieren geworden. Schon bald habe sie Kurse für Lamahaltung gemacht, die erforderlichen Sachkundenachweise erworben und von der Rechtsanwaltsgehilfin zur Sozialtherapeutin und Tierpsychologin umgeschult. Heute bietet sie auf ihrem Hofführungen, Spinnkurse, Seniorennachmittage, Ferienpassaktionen und Unterricht auf dem Hof für Schulklassen an. Menschen, die beispielsweise an ADHS, Autismus, unter Depressionen oder Alkoholabhängigkeit leiden kommen auf den Hof und suchen die Hilfe. Die Erlebnisse mit ihren Tieren könnte die Menschen zwar nicht von ihrem Leid befreien, „aber Zeit mit Lebensfreude geben“.

„Andere verlieben sich in Autos,
ich halt in Lamas.“

Manuela Seebach, Chefin der Narvanas-Ranch in Mürrwaden

Nächste Generation will Ranch weiterentwickeln

Wenn Seebach über ihre Tiere und ihren 3,5 Hektar großen Hof spricht, dann geraten die Gründe, die sie vor vielen Jahren in die Wesermarsch führten, in den Hintergrund. Entscheidend war seinerzeit die Mukoviszidose-Krankheit ihres mittlerweile verstorbenen Sohnes Stefan, dem es an der Nordsee spürbar besser ging als im „Ruhrpott“. Auch der Tod ihres Mannes 2009 – gemeinsam hatten sie bis dahin parallel in Duisburg ein erfolgreiches Bauunternehmen – sei ein schwerer Schicksalsschlag gewesen. „Auch in dieser Zeit habe ich erlebt, wie hilfsbereit man in der Wesermarsch ist. Das war beeindruckend“, erinnert sich die Unternehmerin.

Den Optimismus habe sie nie verloren und es sei für sie schön zu wissen, dass ihr Lebenswerk, die Narvanas-Ranch auch durch die nächste Familiengeneration weiterbetrieben wird. „Mein Sohn Kevin ist ausgebildeter Erzieher, hat alle Qualifikationen für die Lama-Zucht und kann sich vorstellen auf der Ranch einmal Kinder aufnehmen, denen eine Einweisung ins Heim droht.“ Ach ja, wer auf die Narvanas-Ranch kommt, der muss übrigens keine Angst haben, dass ihn die Lamas anspucken. „Auf Menschen zielen sie nicht. Das habe ich den Tieren abgewöhnt“, lächelt Seebach zufrieden, dreht sich um und kümmert sich um ihre Kängurus, denn auch die hüpfenden Lieblinge aus Australien fühlen sich auf dem Hof in der Wesermarsch seit einiger Zeit sehr wohl – so wie ihre „Chefin“ Seebach.

Manuela Seebach

Manuela Seebach hat sich vor mehr als 20 Jahren in die Wesermarsch „verliebt“. Sie hat in Duisburg nach und nach alles aufgegeben und eine Lama-Ranch aufgebaut. Heute hält die 58-Jährige etwa 90 Tiere – Esel, Ziegen, Hühner, Gänse, Pfaue, Wachteln, Kaninchen, Hunde, Katzen, Igel, Lamas und auch Kängurus.

Kontakt

Lama-Ranch Narvanas
Manuela Seebach
Langwarderstraße 130
26969 Butjadingen
Fon: 0163 418322563

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